Der Namensgeber Safran

Bei der Safranpflanze, die lateinisch als CROCUS SATIVUS bezeichnet wird, handelt es sich um ein Schwertliliengewächs mit schmalen grundständigen Blättern und hellvioletten, trichterförmigen sechszipfeligen Blüten. Das entscheidende Organ für uns sind die Griffel mit ihren drei orangeroten fädlichen Narben. Safran ist eine sehr alte, aus dem Orient stammende Kulturpflanze. Ihr Name leitet sich vom arabischen Wort za'faran ab, welches über spanisch azafran und italienisch zafferano, französisch safran, englisch saffron schliesslich seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts im Deutschen als sapheran oder safran gebräuchlich wurde.

Der Name kam natürlich nicht allein zu uns ins mittelalterliche Europa, er hat die Pflanze selber begleitet. Diese wiederum war eine heissbegehrte Handelsware, welche ihren Weg auf die gleiche Weise, also über das maurisch besetzte Spanien, zu uns gefunden hat. Was machte sie denn so attraktiv? Es sind natürlich die inneren Werte, die einmal mehr den Ausschlag geben. Safran war als Gewürz zusammen mit Ingwer und Pfeffer in Europa zunehmend beliebter geworden. Der Handel mit diesen Spezereien wurde lukrativ. Ebenso bediente man sich des Safrans auch als Heilmittel. Und damit kommen wir zur Geschichte unserer Safranzunft, die genau hier, im 13. Jahrhundert einsetzt.

Text: © 2002 Michael L. Kessler, Statthalter