Zünftige Berufe

SEIDEN- UND ZEUGKRÄMER

Seit dem Mittelalter gehörte der Handel und Vertrieb leinener, baumwollener und seidener Stoffe zur safranzünftigen Krämergerechtsame, während der Handel mit fremden Wolltuchen den Kaufleuten zum Schlüssel zustand. Seine Tuch- und Gewandleute waren vor allem die Importeure der am Ort nicht herstellbaren feinen Tuche aus der Lombardei, aus den Niederlanden, von London, Köln, Ulm usw. Als «Gewandschneider» den Verkauf im Ausschnitt – das Detailgeschäft – pflegend, betrieben die Kapitalkräftigen unter ihnen auch den Grosshandel im Kaufhaus so gut wie auf kleineren Jahrmärkten und den grossen Messen.

Schon im Jahre 1364 wussten die rührigen Krämer beim Rat für sich das Recht des freien Imports billiger Wolltuche aus dem Elsass zu erlangen, womit sie den zu Rebleuten dienenden «Grautüchern» den Herstellern und Händlern des einheimischen gemeinen Wolltuches, starke Konkurrenz machten.

Auch in den Bereich der Schlüsselzunft begannen die Krämer überzugreifen. Zunächst wegen des Tuches, «das zur scher gehört und zu kurz gemessen erfunden wird». Das Recht zur Bestrafung Fehlbarer nebst den fallenden Bussen hatte von jeher der Schlüssel beansprucht, gleichgiltig welcher Zunft der Verzeigte angehörte. Darob entstand Streit zwischen den Kaufleuten und den Krämern. Durch einen 1396 erlassenen Schiedsspruch teilte der Rat unter Oberstzunftmeister Jakob Ziboll die Gerichtsbarkeit über das Tuchgeschäft. Was Tuches die Kaufleute zu kaufen gaben und zu kurz erfunden wurde, von dem sollte der Zunftmeister zum Schlüssel fortan die Besserung nehmen; von dem Tuch aber, das von den Krämern feil gehalten wurde, es wäre weisses, graues oder anderes, gehörte dem Safranzunftmeister die, Besserung.

Damit nicht zufrieden, begannen die Krämer nun auch wertvolle, fremde Tuche zu importieren und gleich den Gewandschneidern im Detail auszuschneiden. Diese Eingriffe in das schlüsselzünftige Monopol des lokalen Schnittverkaufes wurde nach jahrelangen Zwistigkeiten 1432 vor Bürgermeister und Rat derart verglichen, dass der Schlüssel den Krämern den ausschliesslichen Detailverkauf auf alle billigen weissen und grauen Tuche bis zu 4 Schilling zubilligte, während der Safran den Gewandschneidern das Monopol auf die kostbaren Tuche unangefochten lassen sollte.

Aus wirtschaftlichen Gründen, im Hinblick auf freies, ungehemmtes Handeln, machten aber Kaufleute und Krämer von der erlaubten Doppelzünftigkeit Gebrauch, indem jene zum Safran, diese zum Schlüssel geldzünftig wurden. Nicht dass damit zu Safran schon im mittelalterlichen Gewerbebetrieb eine deutliche Ausscheidung der Zeug- und Seidenkrämer stattgefunden hätte; im Gegenteil ging der Zeughandel mit dem Vertrieb von Krämerei, Spezereien und Pfennigwerten immer noch Hand in Hand. Aber spekulativ widmeten die Krämer diesem Geschäftszweig ihre Aufmerksamkeit und haben mit ihrem Import geradezu Mode und Bedürfnis der Einwohnerschaft erzogen.

Erst die 1526 gegen den Willen der grossen Import- und Handelszünfte zum Schlüssel und Safran durchgesetzte Gewerbereform mit ihrer Aufhebung der Doppelzünftigkeit und mit ihrer Aufteilung der Gewerbebefugnisse schied beim Safran erstmals Spezerei und Mercerie. Unter Zuweisung der kostbaren Brokat- und Seidenstoffe an die Schlüsselzunft erhielten die safranzünftigen Merceristen das Verkaufsrecht auf importiertes Leinen- und Baumwollenzeug, ferner auf die Seidenstoffe unter 8 Schilling per Elle, sowie auf seidene Pfennigwerte, die man beim Gewicht verkaufte.

Im Zeichen fortschreitender Entwicklung gelang es drei Jahrzehnte später, 1552, dem erstarkten Handelsstand die Knechtung der 1526er Ordnung zu brechen und wie der Safran sich ausdrückt «di gewerb und handtwerck widerumb in ire ehre zu legen». Mehrzünftigkeit und Gemeinderschaft in Form von Association und Kommandite wurde wieder gestattet und in ergiebigster Weise haben Schlüssel und Safran davon wieder Gebrauch gemacht. Befreit von den Schranken, die das Handwerksregiment ihm zugemutet hatte, wuchsen Handel und Kapital zur wirtschaftlichen Grossmacht Basels empor.

Seit dem 16. Jahrhundert begann der Seidenverbrauch und Seidenhandel dank der Mode einen bis dahin unbekannten Umfang anzunehmen. Venedig, der mittelalterliche Stapelplatz für die Seidenerzeugnisse Italiens und der Levante, wurde mehr und mehr verdrängt durch seine Rivalin Genua und die lombardischen Städte Mailand, Piacenza, Como. Statt der Tirolerpässe wurden die schweizerischen Alpenübergänge die wichtigen Zufahrtsstrassen und an Stelle der oberdeutschen Händler traten die Italiener und Belgier, in deren westlichen und südlichen Landstrichen sich zu Ende des Mittelalters eine blühende Seidenindustrie mit den Hauptsitzen Brügge, Lille, Arras, Tournai entwickelt hatte.

Dieser Zustand der Dinge brachte nun auch für Basel frische, wirtschaftliche Bewegungen; besonders seit den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts durch das Refugiantentum, welches von Italien her die Samtweberei und von Belgien aus die Seidenweberei bei uns einführte. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass die von Cleven eingewanderten Pellizari, unter denen Stephan Pellizari als einer der unternehmendsten und grosszügigsten Vertreter der heimisch werdenden Seidenindustrie hervorragt, nicht Glaubensflüchtlinge waren, sondern aus rein geschäftlichen Interessen Basel zur neuen Heimat erkoren.

Im Zusammenhang mit der vorerwähnten Verschiebung der Handelswege steht auch die Niederlassung zahlreicher italienischer Gutfertiger d.h. Spediteure und Grosshändler, der Fatio, d'Annone, de Insula, Socin, Ravalasca, Verzasca, Vertemate (Werthemann). In den alten, geräumigen Sesshöfen am Blumenrain und in der St. Johannsvorstadt sich vorzugsweise niederlassend, machten sie dieses Revier in der Folgezeit so recht zum hochkommerziellen Mittelpunkt Basels. Im Kreise dieser Gutfertiger, zu denen sich Seidenhändler und Verleger wie die Battier, Perez, Serwauter gesellten, sind wohl die Initianten jener Basler «Compaignie du trafficq de la soye» zu suchen, über deren Tätigkeit man zwar nichts näheres erfährt, ausser dass diese Gesellschaft für Ware, die ihr auf französischem Boden gestohlen worden war, 1571 durch König Karl IX. mit einem Wechsel auf 1200 Taler entschädigt wurde.

Wie die Refugianten des 16. Jahrhunderts als Gründer, pflegten nachfolgende Glaubensflüchtlinge des 17. Jahrhunderts, wie die Sarasin, De Bary, Forcart, Vipert (Wibert) auf dem Gebiete der Seiden- und Zeugindustrie Verlag und Handel und verhalfen dem Gewerbe zu andauerndem Aufschwung.

Die Verdrängung der spanischen Mode durch die französische zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte auch für Basel eine tiefgreifende Wandlung im Zeughandel zur Folge. Die alten, schweren Wolltuche wurden mehr und mehr ersetzt durch zahlreiche neuerfundene, elegantere und vielfach billigere Mischstoffe aus Belgien und Frankreich wie Camlot (Schamlot), Grosgrain u.a., mit deren Import der reguläre Rayon der Seiden- und Zeugkrämer eine sehr lohnende Erweiterung erfuhr. Da aber verschiedene dieser Neuheiten als «Wollengewand» von den Tuchherren zum Schlüssel beansprucht wurden, blieben Zwistigkeiten zwischen den beiden Zünften nicht aus. Die Krämer zum Safran hoben 1619 hervor, dass die noch wenige Jahre zuvor in Basel unbekannt gewesenen Stoffe durch sie mit Mühe, Arbeit und Unkosten in «Gangenschaft» gebracht worden seien, während erst seit einem Jahr drei Schlüsselzünftige damit zu handeln begonnen hätten.

Man vereinbarte sich zwar, dass alle Handelsleute zum Schlüssel auch die Safranzunft und alle Ausschnitt treibenden Krämer vom Safran das Zunftrecht zum Schlüssel kaufen und mit Entrichtung des Wachsgeldes unterhalten sollten. Darüber hinaus aber forderte der Schlüssel eine streng zünftige Abgrenzung der Importgebiete. Sie kam durch einen am 6. März 1619 vom Rat gutgeheissenen Vergleich zustande. Dem Schlüssel blieb der Import, Engros- und Detailverkauf aller reinwollenen Tuche aus England, Niederland, Frankreich Italien neben dem Barchent als Monopol. Der Safran erhielt ausser Samt, Seide, Atlas und Taffet die leichten Mischstoffe, «wie sie sie jetzt führen oder diese inskünftig gemacht werden», zum stück- oder ellenweisen Verkauf zugewiesen. Damit gewann die Safranzunft nicht nur das Recht auf den gesamten Handel mit Seidenwaren, sondern auch auf den Vertrieb der immer stärkerer Nachfrage sich erfreuenden Modestoffe. Während die Schlüsselzunft sich auf ihr altes Monopol versteifte und wegen der Auslegung des Begriffes «Wollengewand» end- und zwecklose Auseinandersetzungen provozierte, rückte die Safranzunft, kaufmännisch und gesellschaftlich immer mehr vom Geist und Wesen der Refugianten getragen, in Handel und Wirtschaft die erste Stelle.

Die Ueberflutung der Zunft durch fremde, weltmännisch gewandte Handelsleute erregte freilich den Widerstand der eingesessenen Krämer, da diese neuen Zunftbrüder sich unbekümmert über zünftiges Handwerks- und Gewerberecht hinwegsetzten. Gar leicht vergassen diese mit niederländischen und französischen Waren handeltreibenden Neubürger, dass sie beim Kauf des Bürger- und Zunftrechtes versprochen hatten, nur den Grosshandel im Kaufhaus und auf Jahrmärkten und Messen zu führen und das ansässige Gewerbe im Detailverkauf unbeschwert zu lassen. Aus dem Ton der Klagen, die 1646 eine Anzahl altbaslerischer Krämer losliessen, spricht deutlich die gereizte Stimung gegen die Refugianten. Interessant sind die gegen Einzelne gerichteten Anschuldigungen.

«Die welschen, neu angenommenen burger, so offene läden haben unterm schein der religion und ihres exils, nämlich Peter Thierry älter und jünger, wie auch Franz Thierry und ihresgleichen, hätten gewisslich in der christenheit bequemere und bessere gelegenheit zu ihrer fabricen von allerhand knöpfen und passamentereien, deren sie doch zum höchsten nachteil übriger vaterländischer eingeborener fabricanten mit verstümplung und schwächung der waren den hals gänzlich gebrochen, kein füglicher oder komlicher ort zu verbottenen handlungen als aber alhier zu Basel auserlesen können, dann da sie sonsten bei empfang des burgerrechts nichts als ihrer obbemelten fabricen abzuwarten und die gemachte arbeit ohne nachteil übriger ladenleuthen alhier beim stuck und meist auf den märkten zu verkaufen versprochen, handeln sie nicht allein mit tuch, niederländischen, französischen und deutschen waren, wie auch theils mit gletti, stahl, eisen, glockenspeise und dgl. unzählbaren waren mehr, sondern schneiden und messen von ihren selbstfabricierten und andern habenden waren bei der elle öffentlich aus.»

Von dem Tuchhändler Dietrich Forcart heisst es, er habe bei seiner Aufnahme ins Bürgerrecht (1637) «auf befragen seines tuns geantwortet, dass seine handlung allein in kellischen kurzen krämerwaren bestehe, da doch die wirkliche erfahrung ein anderes entdeckt und bezeugt, dass neben obbemelten kurtzen cöllischen waren seine handlung zugleich in allerhand tüchern, niederländischen zeugen neben fabricierung einer grossen quantität seiden- und floretwaren beruht».

Weiter sei offenbar, «dass der fremdangenommene zum Tanz, Daniel Legrand, als er aus gnaden zum burger aufgenommen, vorgeben, dass er allein seiner frau damals gehabten gewerb, so nur in weissem gezeug bestunde, fortzutreiben gesinnet, jetzt aber mit grosser quantität französischer und anderer waren zu handeln sich freventlich gelüsten lasse ».

Das Fazit der Klagen schliesst mit der Feststellung, «in summa unsere liebe von dem allgütigen Gott her wachsende jugend dermalen solcher uns überlästiger Leuten sclaven und knecht sein müssen» ...

Das Geschäft mit Pariser, niederländischen und englischen Waren, das sich rasch zu einem selbständigen Handelszweig entwickelte, trieben vor allem Markircher und rheinische Refugianten. Als Hauptförderer darf der 1631 safranzünftig gewordene Handelsmann Robert Mitz von Köln, resp. Frankental gelten. Von ihm heisst es nämlich in der Leichenpredigt seines Enkels Benedikt Mitz, er – Robert Mitz – habe «die florissante niederländische und englische warenhandlung zu grossem nutzen unserer stadt stabilisiert».

Der Handel mit Pariser Waren beschränkte sich nicht nur auf Lyoner Seidenwaren und nordfranzösische Tücher; er umfasste auch fertige Bekleidungsgegenstände für Herren und Damen, sowie fremde Luxusartikel und Galanteriewaren. Von Altbürgern haben als erste 1634 Lukas Eckenstein und Albrecht Roth den niederländischen Warenhandel aufgenommen.

Die Zunahme der Modestoffe, deren die safranzünftige Merceristen in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts über sechzig Sorten nebst fünfzig Nummern Kurzwaren unterschieden, verlockte – entgegen der Abmachung von 1619 – die Tuchleute vom Schlüssel zum Handel mit den ihnen verbotenen Mischstoffen wie Sarges, Burset u.a. Am 18. November 1673 rief ein sechsköpfiger Ausschuss der gesamten Seidenhändler die Intervention des Safran an wegen des Schadens, der ihrem Gewerbe durch die schlüsselzünftigen Tuchhändler Ludwig Iselin zum Hasen Ratsherr Hagenbach, Joh. Friedrich Stern und Sohn, Rudolf Mentzinger und Niklaus Gürtler zum Palast zugefügt werde. Die Kläger drangen auf Abstrafung, da umgekehrt auch der Schlüssel jeden Seidenhändler, der etwas Wolltuch hingebe, unnachsichtlich um ein Mark Silber büsse. Bei den weitern Verhandlungen wurde von Seite des Safran namentlich die Art und Weise des Vorgehens der Tuchhändler gebrandmarkt. «Damit sie auch ihre unerlaubten grifflin ungehindert practicieren möchten, haben von den h.h. Forcard und Hagenbach gebrüdern, der eine die zunft zum Schlüssel und der andere jene zum Safran angenommen und es so weit gebracht, dass sie jetzt unter diesem prätext, wie auch Hans Rudolf Battier, in einem laden beiderlei waren ungescheut verkaufen.»

Der 1677 zum Entscheid angerufene Rat liess es bei der alten, 1619 aufgerichteten Ordnung bewenden. Weil aber verschiedene der in jenem Vertrag aufgeführten Warengattungen seither in Abgang und dafür neue Stoffarten, besonders Sargetten und Droguetten in Mode gekommen waren, bestimmte der Rat, dass denen zum Schlüssel der Verkauf der breiten und schweren Droguetten, dem Safran aber der Vertrieb der schmalen und leichten Droguetten nebst allen Gattungen Sargette zugehören sollte.

Da ob dieser Erkanntnis neue Streitigkeiten vorfielen, nahm der Rat 1679 nochmals eine neue Scheidung der Stoffgebiete und zwar wiederum zu gunsten des Safran vor. Alle nicht ganz wollenen Stoffe wie Sarge de Londres, Droguette und Sarge de Nismes und dünne Rattinen, die aus Wolle und Seide, oder Seide und Leinen, oder Wolle und Leinen gemacht würden, sollten ausschliesslich dem Safran gehören, während die ganz wollenen Sarges und Droguetten, ob schmal oder breit, leicht oder schwer, den Tuchhändlern und Seidenhändlern gemeinsam sein sollten. Bei dieser 1693 erneuerten Ratserkanntnis verblieb es. Im Interesse beiderseits geübter Konnivenz ermässigten beide Zünfte die Gebühr ihrer Doppelzünftigkeit auf fünf Pfund.

Ausserhalb der Gegnerschaft vom Schlüssel hatten die Seiden- und Zeugkrämer nur gegenüber gelegentlichen Eingriffen sich für ihre Kompetenzen zu wehren. Im Jahre 1671 klagte die ganze Gruppe, dass ihnen die «Oberländer» mit Verkauf von Halbleinen grossen Schaden täten, indem sie auf dem Kornmarkt vor den Läden der Krämer bei der Elle ausmessen. Die Zunft liess die fremden Marktbesucher durch den Oberknecht verwarnen unter Androhung der Konfiskation im Wiederholungsfall. Wenige Jahre darauf, 1679, wurden «Savoyer und Clavner» verzeigt, die vor und nach den Fronfastenmärkten öffentliche Stände aufrichteten zum Verkauf von Seidenwaren und Halbleinen.

Freilich auch die Kläger selbst hielten sich nicht strikte an ihr Gewerbegebiet. Etliche Seidenhändler wie Peter Fattet, Johann De Bary, Peter Fuchs und Abraham Forcart griffen 1675 den Hosenstrickern ins Handwerk; sie kauften Wolle auf und liessen daraus «Socken von der neuen gattung » herstellen, die sie nachher in Läden feilboten.

Anderer Art, intimer und persönlicher ist die genrehafte Episode, die sich 1676 vor E. E. Sechserbott zu Safran abspielte und deren das Protokollbuch folgendermassen gedenkt: «... erscheint h. Samuel Burckhardt gewesener amptman contra h. Isaac Louis und Abraham Legrand zum Dantz mit erklagen, dass sein bruder Basilius Burckhardt vor etlich wochen 12 ellen Sarge de Niemes zu einem kleid, die elle per 18 batzen, erkauft und nachdem er das kleid schneiden und getragen hat und das nur zweimal, haben sich unterschiedliche grosse riss darin befunden, also dass der zeug müsse nichts nutz und verlegene war sein, bittet den beklagten aufzuerlegen, ihme sein ausglegt gelt wieder zu ersetzen und hingegen das kleid zu seinen handen nehmen. Isaac Louis hat darauf geantwortet, dass er, Basilius, neben einem schneider die war genugsam besichtigt, darumb gemarcktet, wolle nit hoffen, ihme was zu erstatten schuldig, doch offeriere er sich, wan die riss sich befinden, so viel andern zeug zu geben. Erkannt: dass die zwen brüder zum Dantz h. Burckhardt 3 Reichstaler für den schaden ersetzen und hiemit eine ausgemachte sach sein solle.»